“Wie Pommes mich zu Robert Sigl führte“

“Wie Pommes mich zu Robert Sigl führte“

  Man sagt, Gottes Wege sind unergründlich. Es gibt aber auch andere Wege, die nicht weniger unergründlich sind. So einen Weg habe ich beschritten und er führte mich zu dem Meister-Horror-Regisseur Robert Sigl. Dabei wird der Begriff “Pommes“ eine große Rolle spielen. Aber dazu später.

Vor ein paar Jahren wollte ich eine Umschulung als Kameramann und Filmeditor machen. Das Jobcenter war über meine Motivation nicht überzeugt. Wahrscheinlich hat es ihnen als Motivation nicht ausgereicht, dass ich seit meinem 10.Lebensjahr über 38 Jahre Filme drehe und Drehbücher schreibe.Um das Amt anderweitig überzeugen zu können, fand ich einen Praktikumsplatz bei einem Kameramann Alex.., und meine Akkreditierung habe ich bei Welt 24 (ehemals N24) erhalten.

Tahsin Ocak, N24 Damals gab es  die Sondierungsgespräche und deswegen waren wir oft vor dem CDU-Gebäude. Ich hatte einen neuen Fotoapparat gekauft und fotografierte jeden, der hinein oder herauskam. Mein Ziel war es, die “Mutti“ zu fotografieren. Die meiste Zeit verbringt man mit dem Warten. Ich lernte einen Kollegen von Alex kennen, Thomas… Er war Kameramann und nebenbei Betreiber eines Kinos (Z-inema, Link:https://bit.ly/2ZM5Vh4), das Filme jenseits des Mainstream: von Filmkunst und Klassikern, über Genrefilme, bis zu Dokumentationen, zeigt.

Ich erzählte ihm, dass ich paar Kurzfilme gedreht habe. Wir unterhielten uns lange über Kinos und Filme. Zwei Tage vor Beendigung der Sondierungsgespräche hatte wir vor dem CDU-Gebäude über acht Stunden gewartet. Es war im Winter und mir ging es nicht gut. Ich machte mich auf dem Weg nach Hause. Auf dem Weg aß ich in einem Imbiss einen Döner. Dabei dachte ich an meine Kollegen, die noch nichts gegessen hatten und bis früh morgens warten mussten, um eine Aufnahme der Politiker zu bekommen. Sie taten mir leid. Und außerdem wollte ich ja unbedingt die “Mutti“ fotografieren. Ich kaufte ein paar Portionen Essen für meine Kollegen, darunter waren auch Pommes und lief zu ihnen wieder zurück. Sie freuten sich über meine Idee  und  gesättigt  wartete ich mit ihnen weiter. Insgesamt hatten wir ca. 14 Stunden gewartet. 

Mein Praktikum endete, und ich war bei der Berlinale als Journalist dabei. Nach einer Pressekonferenz mit US-Stars ging ich etwas deprimiert nach Hause. Wie gern hätte ich meinen Film auf der Leinwand gesehen.  Das Schicksal lehrte mich das Gegenteil. Plötzlich klingelte nämlich mein Handy. Es war Thomas. Er sagte mir, dass er in zwei Wochen den Film “Laurin“ von  Robert Sigl in seinem Kino zeigen wird und er gern als Vorfilm meinen Horror-Kurzfilm “The Silence“ gern zeigen würde. Was für eine gute Nachricht. 

Mit meiner Freundin fuhren wir zum Kino. Thomas hielt eine Rede über den Regisseur Robert Sigl und seinem Film „Laurin“  (Link/Trailer: https://bit.ly/2Zc3hSU). “Als Vorfilm zeigen wir euch “The Silence“ von Tahsin Ocak“, sagte er. Dann fing die Vorführung an. Mein Film und ich waren auf der Leinwand zu sehen, was für ein tolles Gefühl. Danach lief der Film “Laurin“. Leider kannte ich zu diesem Zeitpunkt Robert Sigl  nicht, aber als ich seinen Film sah, wusste ich, dass ich es mit einem Meister-Regisseur zu tun hatte. Die Aufnahmen waren präzise ausgearbeitet worden. Viele  lange Aufnahmen ließen die große Werke der Barockmalerei (Maler wie Jan Vermeer van Delft) erkennen. Nach der Vorstellung kam Robert Sigl zu mir, gab mir seine Hand und sagte “Sehr guter Kurzfilm, Kollege“. Er nannte mich “Kollege!“. Was für ein Kompliment und ein toller Abend. Meine Freundin war von seinem Film auch sehr begeistert. Erfreulich war es noch, dass sie zu Robert Sigl an dem Abend einen “guten Draht“ zueinander gefunden hatten, so als ob sich zwei Freunde, die sich seit Jahren kennen, jetzt wieder getroffen haben. 

Meine Freundin und ich sind jetzt Freunde von Robert Sigl und wir freuen uns  über jeden Beitrag von ihm und bewundern ihn, dass er nie aufgibt.

Moral der Geschichte: Geben Sie acht, wenn Sie jemanden Pommes geben, denn, man kann nie wissen, wohin das führen kann. In meinem Fall war es der Beginn einer  Freundschaft und die Erkenntnis, seinen Traum nie aufzugeben.

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