Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm

INHALTAufgrund des großen Erfolges der im August 1928 in Berlin uraufgeführten Dreigroschenoper von Bert Brecht und der Moritat von Mackie Messer von Kurt Weill soll der Stoff verfilmt werden. Während Brecht versucht seine große künstlerische Vision umzusetzen, sind die Filmproduzenten in erster Linie am finanziellen Erfolg der Produktion interessiert. Allerdings weigert sich Brecht, sich deren Vorgaben, Regeln und ökonomischen Zwängen zu beugen. Er möchte eine kompromisslose und radikale Version schaffen. In der Folge verklagt er die Produktionsfirma im Dreigroschenprozess und kämpft um seine künstlerische Freiheit. (Quelle: Wikipedia)

MEINE BEWERTUNG:  Meine lieben Freunde, obwohl ich oft ins Theater gehe und viele Theaterstücke sehen konnte, habe ich mich mit Brecht nie so richtig befasst. Immer, wenn ich seinen Namen gehört habe, waren die Bedeutungen wie: “Schwierige Person“, “Menschenrechtler“ usw. in meinem Gedächtnis präsent. Genau das mag ich an einem Künstler. Wenn ein Künstler in der Gesellschaft als unscheinbar sein Leben “lebt“, stimmt was nicht. Ein Künstler macht auf Mißstände einer kaputten Gesellschaft aufmerksam. Der Preis dafür ist dafür ist oft das Gefängnis oder der Spott des Volkes. Das kann auch bis zur Hinrichtung führen, siehe dazu “Rosa Luxemburg“ und “Stauffenberg“.

Brecht, der Bühnenautor und Regisseur, dessen Werke man verfremdet in aussergewohntem Standart seinem Zuschauer aufzwang, war daher der Gründervater der Theater-Innovation, bzw. die Weiterentwicklung des Theaters.

Kommen wir zu dem Film. Mir hat es sehr gut gefallen, weil hier nicht mit konventionellen Methoden die Geschichte erzählt wird. Die alternativen Methoden, die auch Brecht bestimmt gefallen hätten, passen zu diesem Film sehr gut. Man vermischt Filmszenen mit Theaterszenen in einer funktionierenden Kombination, die trotzdem bei den Zuschauern keine Verwirrungen entstehen lässt. Diese Methode der Vermischung der Film- und Theaterszenen erlebte ich zum ersten Mal bei “Anna Karenina“ von Joe Wright (2012). Das gefiel mir damals schon sehr gut. Ein Film muss nicht immer so gedreht werden, wie es bis heute üblich war. Wieso auch? Ein Film muss unterhalten und wenn der Film neben der Funktion “Unterhaltung“ noch zum Nachdenken anregt, ist der Film als Werk besonders wertvoll! So ist auch dieser Film ein besonderes Prädikat; vor allem bei den sehr guten schauspierischen Leistungen der Darsteller. Damit meine ich nicht nur Lars Eidinger, der wunderbar gespielt hat. Alle Rollen waren fabelhaft besetzt. Auch wenn ihr kein “Brecht-Genosse“ seid, solltet ihr euch den Film dennoch ansehen, weil hier eine Persönlichkeit gezeigt wird, die einen Teil unseres Jahrhunderts mitgeprägt hat. Ungedingt Sehenswert!

Note: 4/5

©Tahsin Ocak / ARTandCRITIC.com /28.09.2018

https://bit.ly/2VOfvgK

 

 

Produktionsland: Deutschland, Belgien, Länge:135 Minuten, 
Altersfreigabe: FSK 6,Regie: Joachim A. Lang,
Drehbuch: Joachim A. Lang,
Produktion: Michael Souvignier,Till Derenbach,
Musik: HK Gruber, Kamera: David Slama,
Schnitt: Alexander Dittner, Mit Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung,
Robert Stadlober, Joachim Król, Claudia Michelsen,
Britta Hammelstein, Meike Droste (Helene Weigel),
Christian Redl, Peri Baumeister, Vilmar Bieri,
Godehard Giese, Guido Lambrecht, Marcus Calvin, Mateusz Dopieralski, Rainer Laupichler,
Robert Dölle, Hendrik Heutmann, Christian Hockenbrink,
Markus Tomczyk, Raiko Küster, Max Raabe

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