Ein Gespräch mit Elisabeth Lanz und Götz Otto…

           Ein Gespräch mit Elisabeth Lanz und Götz Otto…              über „Die Wunderübung“

Welche Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach wichtig für eine glücklich funktionierende Ehe?

E.LANZ: Wissen, wann man schweigen soll, wissen man reden soll, wissen, wann man lachen soll.

G.OTTO: Ich glaube, dass das wichtigste an einer funktionierenden Ehe das Interesse am Ehepartner ist und bleibt. Man muss neugierig aufeinander sein. Das mag jetzt blöde klingen, aber ich kenne tatsächlich Ehepartner, die sich nicht mehr wirklich füreinander interessieren. Und dann bleiben vielleicht nicht die Einzelpersonen, aber ganz sicher ihre Gemeinsamkeit und ihre Ehe auf der Strecke.

Die Ehen der “alten Generationen” hielten lange. Die Ehen heutzutage leider oft nicht. Die moderne Frau verdient ihr eigenes Geld und hat mehr Mitspracherechte. Sie ist meinstens nicht mehr abhängig. Hat diese Emanzipation der Frau Auswirkungen für eine beständige, glückliche Ehe?

E.LANZ: Fakt ist, das weniger Ehen geschlossen werden und auch weniger lange halten. Ob wir Menschen dadurch glücklicher sind, ist eine andere Frage.

G.OTTO: Ich glaube nicht, dass man da eine Gleichung aufmachen kann: Frau zu Hause – Ehe gut. Frau geht arbeiten – Ehe kaputt. Das sich unsere Gesellschaft ständig wandelt, dass tradierte Rollenbilder verworfen werden, ist doch etwas Gutes und notwendiges. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass manche Ehen früher nur nicht geschieden wurden, weil „man das eben nicht machte“ und man Angst hatte, seinen Ruf zu riskieren… ob die Ehepartner damit glücklicher waren, als ein heutiges Paar, dass sich trennt, wage ich zu bezweifeln.

Haben Ihre Auseinandersetzungen in dem Theaterstück Wirkung auf Ihre Sichtweise zum Thema Ehe?

E.LANZ: Nein, überhaupt nicht, aber ich bin durchaus eine Verfechterin der Streitkultur, aber auch der Versöhnungskultur und der Verzeihenskultur.

Um Empathie für den Ehepartner/in zu bekommen, schlägt der “Eheberater” Rollentausch vor. Kann diese Methode Ihrer Meinung nach von Nutzen sein?

E.LANZ: Rollentausch ist das einfachste Mittel um fehlende Empathie herzustellen. Wenn jemand zu sehr in sich selbst verstrickt ist, kann das durchaus hilfreich sein.

G.OTTO: Ob man das gleich so nennen muss, weiß ich nicht. Aber es ist doch in jeder Beziehung hilfreich, wenn man sich in den anderen hinein versetzt. Das hilft zumindest Empathie aufzubauen.

Danke für das Gespräch.

E.LANZ/G.OTTO: Gerne!

Interview by Tahsin Ocak / © Tahsin Ocak / ARTandCRITIC.com

 

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